Die wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts
Veröffentlicht am: 21. April 2020

Guten Morgen zusammen,

direkt gefragt: Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts? Das Flugzeug? Das serienproduzierte Auto? Das Penicillin? Der Fernseher? Der Mikroprozessor? Das Tamagochi? Der V8 Biturbo?

Mein Freund Bill hat mir vor längerer Zeit in seinem Blog ein Buch empfohlen, das einen anderen Vorschlag macht. Das Buch heißt „The Box“ und beschreibt die Geschichte des standardisierten 40-Fuß-Seefrachtcontainers. Klingt im ersten Moment komisch, ist aber einer der ganz wichtigen Meilensteine des Welthandels gewesen.

Vereinfacht gesagt war es so:

Früher hat man alle Güter lose transportiert, in Säcken und Kisten, wie auch immer sie ankamen. Starke Männer haben diese Säcke und Kisten in die Schiffe geladen, später kamen noch (normale) Kräne dazu. Mitte der fünfziger Jahre hatte Malcom McLean die Idee, diesen Vorgang zu vereinfachen und zu standardisieren, indem weltweit die gleichen Container genutzt werden. Diese sollten so sein, dass sie direkt auf LKWs oder Züge geladen und weitertransportiert werden können.

McLean wurde ausgelacht, kritisiert und überall weggeschickt. „Das wird nie gehen!“ „Es gibt keine Häfen, die solche Container-Kräne haben!“ „Die LKWs können die Container so nicht transportieren, sondern nur lose Güter!“ „Der Vorteil ist nicht da, weil die Schiffe nicht für den Containertransport ausgelegt sind!“ „Wir haben viele gute Hafenarbeiter, wir brauchen das nicht!“

Der Erfinder und Unternehmer ließ sich nicht beirren und fand einzelne Standorte und Firmen, die vom Nutzen überzeugt waren. Sie bauten Container und verbesserten sie, bauten LKWs um, konstruierten Halterungen für Kräne und transportierten so viele Container wie möglich mit den existierenden Schiffen. Das war alles extrem mühsam, aufwändig und kurzfristig betrachtet auch nicht effizient. Und noch dazu hatten sie unschöne Diskussionen mit den Hafenarbeitern und Gewerkschaften, die sich die Frage nach ihrer Zukunft stellten.

Nach und nach erkannten aber immer mehr Firmen den Nutzen vor allem für den interkontinentalen Handel und begannen, umzurüsten. Einige Häfen bauten ihre gesamte Infrastruktur nur für Standardcontainer um. Andere blieben in ihrer alten Denkweise verhaftet, wollten nicht investieren und konnten aus welchen Gründen auch immer ihre Arbeiter nicht einfach entlassen oder umschulen.

Heute spielen Häfen wie Liverpool oder New York – einst Weltstädte des Seehandels – keine Rolle mehr. Die Hafenarbeiter von damals sind alle arbeitslos geworden, weil sie sich dem Trend verschlossen haben und dachten, das Leben geht immer so weiter wie bisher. Dafür haben andere Städte wie Southampton in England oder Hong Kong, die den Trend angenommen haben, massiv an Bedeutung gewonnen und Arbeitsplätze geschaffen. Und viele Metropolen in Südostasien konnten überhaupt erst entstehen, weil sie durch die extrem günstige Logistik nach Europa oder Nordamerika Kostenvorteile auf dem Weltmarkt erzielt haben.

Interessante Geschichte, oder? Denkt man im Alltag gar nicht so drüber nach.

Machen Sie mal ein Gedankenexperiment und ersetzen Sie „Liverpool und New York“ durch „Wolfsburg und Sindelfingen“ und „Southampton und Hong Kong“ durch „Baoding und Ulsan“. Vielleicht geht es Ihnen dann wie mir: Es ist nicht selbstverständlich, dass die deutschen OEMs und die zugehörigen Zulieferer auch in 20 oder 30 Jahren noch führend sind. Wir müssen dranbleiben und die Trends setzen statt ihnen hinterherzulaufen.

Wenn Sie bei einem möglichen Trend das beste aktuelle Wissen haben wollen, nehmen Sie an der von Mission Hydrogen organisierten Hydrogen Online Conference am 08.10.2020 teil (www.hydrogen-online-conference.com). Die HOC wird voraussichtlich die größte Wasserstoffkonferenz der Welt. Sie lernen dort in Vorträgen und Diskussionen mit den weltweit führenden Experten alles, was Sie für Ihre Firma oder Organisation wissen müssen. Das Live-Ticket ist für Early Birds wie Sie kostenfrei.

Gehen Sie also auf www.hydrogen-online-conference.com, registrieren Sie sich und teilen Sie den Link mit Ihren Freunden und Kollegen, denen Sie wünschen, dass sie in 20 Jahren immer noch oben sind. 🙂

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Gruß
David Wenger

PS: Das Buch „The Box“ von Marc Levinson können Sie hier bestellen: https://amzn.to/3bHgfv4 (Es handelt sich um einen so genannten Affiliate-Link. Amazon zahlt uns ein paar Prozent Provision, wenn Sie darüber kaufen, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen. Das Geld spenden wir für einen guten Zweck.)
PS 2: Wenn ich von „mein Freund Bill“ und seinem Blog spreche, meine ich den hier: www.gatesnotes.org 😉
PS 3: Teilen Sie den Link www.hydrogen-online-conference.com mit Ihren Kollegen, die sich für die Zukunft interessieren. Günstiger als kostenfrei wird das Live-Ticket nicht mehr. 🙂

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