Ich habe mich geirrt (bezüglich der Japaner)
Veröffentlicht am: 27. September 2019

Vor einigen Wochen habe ich angeregt „Wir müssen denken wie die Japaner“. Sie erinnern sich. Es ging um meinen Garten und die Frage, ob das jetzt zackzack umgesetzt werden muss oder wir Schritt für Schritt optimieren. Falls Sie den Artikel nicht gelesen haben, finden Sie ihn hier auf LinkedIn oder auf meinem Blog: www.david-wenger.de/blog.

Auf jeden Fall antwortete mir kurz darauf einer, der es wissen muss: Katsuhiko Hirose. Wie der Name schon sagt, ein Japaner. Er schrieb:

„Hi David,

ich sehe das ein bisschen anders. Das ist nicht typisch japanisches Denken. Auch Europäer und Amerikaner denken von Natur aus langfristiger. Leider versaut das Harvard-typische Quartalsbericht-Prioritätenmanagement dieses Denken. Viele Statistiken zeigen jedoch, dass langfristiges Denken mehr Nutzen bringt für die Firmen, die Gesellschaft und die Menschen. Trotzdem würde ich gerne mal bei dir vorbeikommen, um deinen Garten anzuschauen und mich über die Natur zu freuen.“

Gruß

Katsu“

Wie finden Sie diese Zeilen? Bestechend, oder? Der Mann hat Recht.

Spannend ist es ja vor allem vor dem Hintergrund seiner Biografie. Falls Sie nicht wissen, wer Katsuhiko Hirose ist, geben Sie den Namen mal bei Google ein. Eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten, die ich kenne. Chef-Ingenieur bei Toyota und in dieser Rolle der Vater des Prius. Vermutlich müsste man korrekterweise sagen: einer der Väter. Derjenige, der zu Herrn Toyoda gegangen ist und gesagt hat: „Der Hybrid ist die nächste Entwicklungsstufe. Wir sollten das machen. Bitte geben Sie uns ausreichend Budget für die Entwicklung.“ Derjenige, der sich hat auslachen lassen von den westlichen Experten, die gesagt haben: „Zu schwer, zu kompliziert, zu teuer – wird nie kommen.“ Und es kam doch.

Danach wurde er zum Leiter der Wasserstoffsparte ernannt, um den Erfolg zu wiederholen. Ihm war klar: Nach Hybrid kommt Wasserstoff, weil nur so ausreichend Energie über einen langfristigen Zeitraum gespeichert werden kann. Er war derjenige, der den Mirai verantwortet hat. „Mirai“ ist übrigens das japanische Wort für „Zukunft“. Die Zukunft können Sie heute beim Toyota-Händler Ihres Vertrauens kaufen.

Ok, ich gebe zu: vielleicht haben sich die Dialoge zwischen Hirose-san und Toyoda-san nicht genau so abgespielt. Ist ja auch egal. Seine Persönlichkeit, seine Sicht auf die Dinge und seine Ergebnisse beeindrucken mich trotzdem.

Und deshalb habe ich ihn auch gerne in meinen Garten eingeladen. Die Gummistiefel und die Gartenschere liegen schon bereit. Wenn er will, darf er auch meine Stihl HS82R benutzen. Auch wenn sie alles andere als Zero-Emission ist. 😉

Gruß

David Wenger

PS: Wie die Gegenwart der Wasserstofftechnik in China aussieht, darüber mache ich am 16.10.2019 um 17 Uhr ein Webinar. Sie werden dort erfahren, was ich vor Ort gesehen habe und wie groß unser Rückstand ist. Hier können Sie sich anmelden: https://events.genndi.com/channel/hydrogeninchina.

Verfolgen Sie doch auch die Diskussion auf LinkedIn.

Oder senden Sie eine E-Mail an: solution(at)wenger-engineering.com

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