Ist die Energiewende in einer Sackgasse?
Veröffentlicht am: 6. Mai 2020

Guten Morgen zusammen,

ist die Energiewende in einer Sackgasse? Geht das alles überhaupt? Hier bei uns?

Für ein Interview mit der „Automobil Industrie“ habe ich kürzlich die Zahlen mal wieder angeschaut: Deutschland produziert pro Jahr rund 500 TWh Strom (davon ein knappes Drittel aus Kohle). Ein Mehrfaches dieser Energiemenge wird in Form von Öl und Gas importiert und dann industriell oder zu Heizzwecken verwendet. Das sind gigantische Energiemengen, und wenn ich mir die Zahlen der PV-Anlage auf meinem Dach im Vergleich anschaue, kommen mir die Tränen. Ein Tropfen auf den heißen Stein ist spürbar dagegen, und gerade wegen den PV-Zuschüssen ist der Strompreis in Deutschland mächtig hochgegangen. Die gleiche PV-Anlage z.B. im Iran würde pro Jahr etwa die doppelte Strommenge produzieren, weil es dort im Winter nicht so neblig ist wie bei uns. Ist das alles richtig so wie wir es machen?

Eine mögliche Lösung heißt Offshore-Wind. Dessen Nutzung kann man noch massiv ausbauen, und von 4k Volllaststunden träumt manches Gaskraftwerk in Deutschland. Alles gut? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wie weit kann man gehen? Gute Frage.

Jemand, der sich damit auskennt, ist Matthias Deutsch von Agora Energiewende. Agora ist einer der führenden Think Tanks in Berlin und einer der zentralen „Hidden Einflüsterer“ unserer Bundesregierung, wenn es um das Energiesystem geht. Matthias kenne ich seit glaube ich 18 Jahren, und er hat viele Studien zum Thema „Deep Decarbonization“ oder zum Energiesystem-Zielbild für 2050 geleitet.

Nun hat er eine Studie an zwei Instituten – Max Planck und an der Danish Technical University – beauftragt, die unabhängig voneinander zum selben Ergebnis gekommen sind: Je mehr Ausbau, desto weniger Leistung pro Anlage. Das System „Offshore“ läuft in eine Begrenzung. Autsch. In den Niederlanden will Shell ja 10 GW Offshore-Windkraftanlagen bauen, um daraus Wasserstoff zu machen. Spannend, oder? Nur: Geht das überhaupt, wenn man der Studie Glauben schenken darf?

Am nächsten Mittwoch werden seine Kollegen von den Instituten und Herr Deutsch diese Ergebnisse vorstellen und mit Ihnen über die Frage diskutieren, ob Offshore-Wind gut und richtig ist. Was man daraus machen kann und wie viel davon. Ob Deutschland es nicht lieber bleiben lässt und den Strom irgendwo produziert, wo bessere Bedingungen herrschen und die Energie importiert. Und last but not least können Sie einen der wichtigsten Experten in Deutschland zum Thema Decarbonisierung mit Ihren Fragen löchern.

Hier ist die kostenfreie Anmeldung:
Webinar: „Die Grenzen der Offshore-Wind- und -wasserstoffproduktion“
Referenten: Dr. Matthias Deutsch (Agora Energiewende); Dr. Axel Kleidon, Max-Planck-Institut für Biogeochemie; Jake Badger, Technical University of Denmark, Department of Wind Energy
Termin: Mittwoch, 13.05.2020, 17 Uhr
Sprache: Englisch
Preis: kostenfrei
Anmeldung: https://event.webinarjam.com/channel/mission-hydrogen-owh
 
Ich freue mich sehr auf dieses Webinar, weil es mal wieder richtig guten Input liefert für die ganzen Diskussionen. Kein Geschwafel, sondern saubere Gesprächs- und Entscheidungsgrundlagen. Keine Stammtischparolen, sondern Zahlen, Daten und Fakten, die Sie nachher kritisch bewerten und diskutieren dürfen.

Gleiches gilt übrigens für das Webinar, das wir am 10.06.2020 auf der Agenda haben. Prof. Dr. Thomas Willner, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Alternative flüssige und gasförmige Kraft- und Brennstoffe“ von ProcessNet (Dechema/VDI) sagt sinngemäß: „Vergesst den ganzen Elektrokram. Das bringt gar nichts für den Klimaschutz. Biofuels sind die Lösung.“ Ich habe die Folien schon gesehen, und ich muss sagen: Sehr guter Mann. Ein paar Dreisätze, und schon versteht jede Hausfrau die wesentlichen Zusammenhänge des Klimaschutzes. Pflichtprogramm! Hier der Link: https://event.webinarjam.com/channel/mission-hydrogen-haw.

In diesem Sinne: Schönen Tag noch.
David Wenger

PS: Neulich hat mich jemand gefragt, ob wir diese Webinare nur aus reiner Menschenliebe machen, weil da ja schon viel Aufwand dahinter steckt. Einerseits ja, andererseits nein. Die Webinare haben Sponsoren, die dann von tausenden Leuten wahrgenommen werden. Aktuell sind die Gold- und Silbersponsoren folgende Firmen: Burckhardt CompressionNeuman & EsserCummins und Linde. Wenn Sie auch Webinar-Sponsor sein wollen und in einer solchen Mail an über 32.274 Leserinnen und Leser vorkommen wollen, lassen Sie es mich bitte wissen.

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